Wenn der niedrigste Preis zum Maßstab wird
1. PRAEVENIRE Denkertalk „Arzneimittelversorgung & Resilienz des Gesundheitsstandortes Österreich“
Von Karl Innauer
Bald verfügbar
Die Audiofassung dieses Beitrags wird in Kürze ergänzt.
Seit Mai 2025 koppeln die USA ihre Arzneimittelpreise an die niedrigsten Preise vergleichbarer Industrieländer. Im Ergebnis droht dies bei innovativen Medikamenten zu Preissteigerungen in Europa – und damit auch in Österreich – zu führen. Der erste PRAEVENIRE Denkertalk zeigte, wie sehr Österreichs derzeitiger Zugang zu Innovationen unter Druck gerät und warum es für diese Herausforderung dringend einer Antwort bedarf.
Worum es geht
- „Most Favoured Nation“ bezeichnet drei verschiedene Sachverhalte – die US-Preispolitik seit Mai 2025, das europäische External Reference Pricing und private Paritätsklauseln. Ihre Vermischung bringt Ursache und Wirkung durcheinander.
- Österreich ist in den Referenzkörben der US-Modelle „Globe“ und „Guard“ ausdrücklich enthalten: Niedrige heimische Preise können unmittelbar zum amerikanischen Benchmark werden.
- Noch sind hierzulande 143 von 168 neuen Arzneimitteln verfügbar – doch eine Analyse weist für die zehn Monate nach Mai 2025 um 35 Prozent weniger Markteinführungen in Europa und um 43 Prozent mehr Produktrückzüge aus.
- Das Trilemma des Zugangs: höhere Preise belasten die solidarische Finanzierung, spätere Markteinführungen kosten Tempo, engere Indikationen treffen unmittelbar die Versorgung.
- Breiter Konsens der Runde: Österreichs schneller Patientenzugang ist eine Stärke, die es zu erhalten gilt – Preis-, Standort- und Forschungspolitik müssen dafür zusammengedacht werden.
Im Gespräch
- RPDr. Ronald PichlerModeration
- WBWerner BogendorferGeneraldirektor-Stellvertreter, Versicherungsanstalt für öffentlich Bedienstete, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB)
- KBKonstantin BöhmGovernment Affairs, Eli Lilly
- GGGunda GittlerVizepräsidentin PRAEVENIRE; Leiterin der Anstaltsapotheke, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Linz
- DHDieter HacklMarket Access, Pfizer
- SHSigrid HaslingerMarket Access & Governmental Affairs Director, MSD Österreich; Präsidentin des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller (ÖVIH)
- AHAndreas HussObmann der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK)
- AKAnita KienesbergerObfrau, Allianz der onkologischen PatientInnenorganisationen Österreichs
- KKKatharina KlajnertMarket Access & Government Affairs, GSK
- DKDaniela KönigCountry Lead, UCB
- GLGerhard LadengruberCorporate Affairs Director, AstraZeneca Österreich
- SMSebastian MörthVorstandsmitglied AmCham Austria; Vorsitzender Life Sciences & Healthcare Committee
- JPJan PazourekDachverband der Sozialversicherungsträger
- EPElham PedramBusiness Unit Director, Gilead Sciences Österreich
- BRBernhard RuppArbeiterkammer Niederösterreich
- SSShahrokh F. ShariatLeiter der Universitätsklinik für Urologie, MedUni Wien/AKH Wien (per Videobotschaft)
- AWAnna WalzlArbeiterkammer Wien
- AWAngelika WidhalmVorsitzende, Bundesverband Selbsthilfe Österreich
Themen
- Arzneimittelpreise
- Most Favoured Nation
- Versorgungssicherheit
- Standortpolitik
Hintergrund: 1. PRAEVENIRE Denkertalk „Arzneimittelversorgung & Resilienz des Gesundheitsstandortes Österreich“, 7. Juli 2026, Wien – diskutiert unter der Chatham House Rule.
Diese Audioversion gibt ausgewählte Inhalte des Beitrags wieder. Den vollständigen Artikel lesen Sie in der gedruckten Ausgabe von PERISKOP.